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Ursachen von Rechenschwäche / Dyskalkulie

Die Prozesse des Rechnens sind komplexe Vorgänge im Gehirn. Dem entsprechend kann es mehrer Ursachen geben, die zu dem Bild einer Dyskalkulie führen oder beitragen. Ein einfaches "Ursache-Wirkung-Denken" ist bei diesem Problem fehl am Platz. Eine immer wieder auftretende Beobachtung ist es, dass die betroffenen Kinder an bestimmten Rechenschritten scheitern. Dies führt zu einer Art Fehleranalyse wie sie auch bei Legasthenie sinngemäß erfolgen kann um dann als Grundlage einer Förderung genutzt zu werden.

Eine mögliche Ursache für Rechenschwäche ist ein unzureichend entwickelter Zahlensinn. Damit ist gemeint, dass die Kinder schon bevor es ans Rechnen geht, den Begriff der Zahl als Maß für eine bestimmte Menge nicht gefestigt haben. Dabei kann eine bestimmte Sehfähigkeit ein Rolle spielen, die als Simultanerfassung bekannt ist.

Es gibt tatsächlich umfangreiche Studie, die diese Vermutung bestätigen. Zwar sind nicht alle Kinder mit einer Dyskalkulie betroffen, aber doch ein erheblicher Prozentsatz zwischen 40 und 70% abhängig vom Alter. Damit lassen sich viele Symptome und Schwierigkeiten dieser Kinder erklären und - viel wichtiger - eine Beseitigung der Schwäche bei der Simultanerfassung verbessert nachweislich den Umgang mit Zahlen.

Eine ausführliche Erläuterung der Simultanerfassung und ihrem Zusammenhang mit Dyskalkulie finden Sie auf unserer Webseite Simultanerfassung und Rechenschwäche, die Forschungsergebnisse auf der Web-Seite Zählen der Forschungsgruppe Optomotorik. Auch die Blicksteuerung durch das frontale Gehirn kann betroffen sein.

Auch andere Bereiche der Sinneswahrnehmung können bei Dyskalkulie nicht altersgerecht entwickelt sein. Vor allem ist hier die Blicksteuerung zu beachten, die es gestattet bzw. garantieren sollte, dass was man vor sich sieht, mit den Augen ordnungsgemäß abgetastet werden kann. Diese Fähigkeit wird z.B. dann gebraucht, wenn mehrere Zeichen nahe nebeneinander zu sehen sind, manchmal mit größerem, manchmal mit kleinerem Abstand.

Im Freiburger Blicklabor kann nicht nur die Simultanerfassung, sondern auch die Blicksteuerung gemessen und auf ihre altersgerechte Entwicklung geprüft werden.

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